Interview mit Dr. Mario Magada, Generaldirektor Ofac

Genf, 20. Juni 2014

Herr Dr. Magada, Sie stehen nun seit Ende November 2013 an der Spitze von Ofac. Wie läuft es?

Gut, danke. Es gibt sehr viel zu tun, aber ich bin glücklich, dass meine Impulse, die mir sehr am Herzen liegen und die zur Weiterentwicklung der Genossenschaft beitragen sollen, auf gutem Weg sind. Die Dinge gehen voran und erste Veränderungen sind sichtbar. Wenn man konkrete Ergebnisse sieht, vergisst man leicht seine Müdigkeit!

Welches sind die wichtigsten Anpassungen, die Sie und Ihr neues Direktions-Team an der strategischen Ausrichtung von Ofac vorgenommen haben?

Zuerst haben wir uns mit den Verwaltungsräten von Ofac und der Gesellschaften der Gruppe zusammengesetzt und intensive Gespräche geführt. Dabei ging es darum, die allgemeine Strategie des Konzerns genau zu definieren und zu überlegen, wie diese innerhalb der verschiedenen Gesellschaften umgesetzt werden kann. Dies hat die Einführung neuer Governance-Prozesse ermöglicht. Dank der Gespräche konnte zudem ein neues Klima bei den Beziehungen zwischen dem Verwaltungsrat, der Generaldirektion und den Direktionsmitgliedern der Gesellschaften von Ofac geschaffen werden. Dabei werden Respekt und Transparenz gross geschrieben. Dies hat uns erlaubt, alle Themen ohne Tabu anzusprechen und eine möglichst effiziente Umsetzung der genau definierten Strategie anzustreben.

Danach hat das Direktions-Team seine eigene Arbeitsweise angepasst, um Synergien innerhalb der Gesellschaften und zwischen den Gesellschaften zu schaffen. Diese erlauben uns, die Effizienz, die Leistung und die Wettbewerbsfähigkeit auf einem Markt mit steigendem Konkurrenzdruck zu steigern. Indem wir vermehrt als „Gruppe“ und weniger als „Gesellschaften“ denken, können wir unsere Energie vermehrt zum Nutzen unserer Kunden und Mitglieder einsetzen.

Da die Qualität der Dienstleistungen und Angebote zuoberst steht, wissen alle Akteure innerhalb der Gruppe, worauf der Fokus bei der täglichen Arbeit zu legen ist.

Welche Ziele streben Ofac und ihre Gesellschaften zwischen 2014 und 2015 an?

Die Ofac Gruppe verfolgt zwei Ziele: Einerseits sollen die Dienstleistungen der Gruppe dank einer Reorganisation verbessert werden und andererseits sollen neue Dienstleistungen und Angebote, die auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder abgestimmt sind, entwickelt werden. Diese Neuheiten betreffen in erster Linie unsere führenden Produkte im Bereich der Fakturierung für Versicherungsinstitutionen und der EDV-Systeme für die Offizinverwaltung. Wir werden nicht nur einen wahren Mehrwert für den Alltag schaffen, sondern auch neue Lösungen, die auf alle Organisationsformen unserer Kunden (Einzel-, Gruppen-, oder Kettenapotheken) zugeschnitten sind. Als Marktleader im Bereich der Dienstleistungen für Apotheken sind wir gezwungen, innovativ zu sein und über ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis zu verfügen.

Welche Rolle spielen die Mitglieder bei der Weiterentwicklung des Leistungsangebots der Ofac Gruppe?

Die Mitglieder spielen bei unserer Strategie und unseren Entwicklungen eine zentrale Rolle, was auch in Zukunft so bleiben wird. Wir stehen jeden Tag regelmässig mit unseren Kunden und Mitgliedern in Kontakt, entweder im Zusammenhang mit den Kundendienstleistungen, den Hotlines, den Schulungen, den User-Groups oder in Form von regelmässigen Besuchen durch unsere Kundenberater und Ausbilderinnen.

Sollte ausnahmsweise etwas nicht wie vorgesehen oder nicht erwartungsgemäss verlaufen, melden sich die Nutzer unserer Dienstleistungen sehr schnell. So sind wir stets über ihre Probleme auf dem Laufenden und können unsere Produkte und Dienstleistungen ständig verbessern.

Wie steht Ofac zur Entwicklung von eHealth in der Schweiz?

Seit über 10 Jahren hat Ofac zahlreiche Investitionen getätigt. Dies hat den Mitgliedern ermöglicht, heute einen Beitrag zu den Entwicklungen im Bereich eHealth leisten zu können. Die Genossenschaft hat ihnen dazu effiziente, unmittelbar verfügbare Tools zur Verfügung gestellt: das gesicherte Netzwerk (OVAN), die Karte zur Identifikation der Patienten (Covercard) und der Leistungserbringer (HPC und HMC) sowie Datenbanken (Pharmazeutisches Dossier, Abilis). Bereits heute ist es möglich, die Medikamentendaten wenn nötig mit anderen Leistungserbringern zu teilen, da die Netzwerke vollständig untereinander kompatibel sind. Der Schutz der Patienten ist dabei natürlich garantiert. Unsere Zertifizierungen (ISO 27001, GoodPriv@cy und OCPD) ermöglichen uns, bei den Apotheken und der umfassenden Datenverwaltung marktführend zu sein. Wir sind in die meisten kantonalen Projekte im Bereich eHealth involviert. Darüber hinaus stellen wir unseren Mitgliedern zahlreiche neue Netzwerke für den Informationsaustausch rund um die Patienten zur Verfügung.

Die Verwaltung der Informationsflüsse, die Kerntätigkeit von Ofac, ermöglicht unseren Mitgliedern, in aktuelle und zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich integriert zu sein. Es liegt an uns, diese Investitionen für unsere Mitglieder zu valorisieren und sie in diesem Bereich optimal zu profilieren. Auch Apotheken, die ihre Verrechnung nicht über Ofac abwickeln, können mit einem Abonnement auf die Netzwerke zugreifen, womit zusätzliche Mittel zu den Investitionen, die die Mitglieder getätigt haben, generiert werden.

Wie sehen die Apotheken und Ofac in 10 Jahren aus?

In 10 Jahren!? Eine Antwort auf diese Frage erfordert hellseherische Fähigkeiten… Doch eines ist sicher: Auch in 10 Jahren wird es noch Apotheken geben. Die Gesundheitsbranche, und mit ihr die Apotheken, wird sich weiterentwickeln. Auch das Modell der Apotheken wird sich wandeln. Um weniger von den Medikamentenpreisen abhängig zu sein, die von den Behörden fixiert werden, müssen die Apotheker in Zukunft Dienstleistungen anbieten, die den Kunden einen Mehrwert bringen. Dies gilt insbesondere für die Abgabe von Medikamenten und die Patientenbetreuung, wobei die Apotheker oft mit anderen Leistungserbringern zusammenarbeiten müssen.

Um den Mitgliedern zu helfen, sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen, bietet ihnen Ofac, getreu der Mission der Genossenschaft, professionelle Unterstützung anhand innovativer Tools an, die für die Mitglieder dank des Genossenschaftsprinzips und des gemeinsamen Tragens der Kosten erschwinglich sind.

Wir blicken optimistisch in die Zukunft, denn Veränderungen stehen oft am Ursprung von Innovation.